Growmorrow Festival 2026 in Bremen stärkt Austausch in der Gründungsökonomie 

Wann Ideen scheitern – und warum genau hier gute Gründungen beginnen 

Das Growmorrow Festival verfolgt eine klare Intention: Zukunft nicht als abstraktes Versprechen zu verhandeln, sondern als konkrete Gestaltungsaufgabe – regional verankert, gesellschaftlich reflektiert und im Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gründungsszene. Am 16. April wurde dieser Anspruch in der Bremer Energieleitzentrale erlebbar: Mit über 60 Speakerinnen und Speakern und mehr als 800 erwarteten Besucherinnen und Besuchern entwickelte sich das Festival zu einem zentralen Treffpunkt der norddeutschen Zukunfts- und Gründungsszene. 

Eines der Panels, das diesen Anspruch besonders deutlich machte, trug den Titel: „Warum gute Ideen scheitern – und wie trotzdem erfolgreiche Gründungen entstehen“. Auf der Bühne diskutierten Meike Goos von BRIDGE (Universität Bremen), Justinian Gomez Moreno von Andenkraft sowie Karin Tanger von Visionskultur. Moderiert wurde die Diskussion von Holger Bloem (Nordwest-Zeitung). 

Scheitern beginnt oft vor dem Markt 

Zentrale Erkenntnis des Panels: Gründungen scheitern in vielen Fällen nicht erst dann, wenn keine Kundinnen oder Kunden gefunden werden. Der kritische Punkt liegt häufig früher – dort, wo es an innerer Klarheit fehlt. Klarheit darüber, warum überhaupt gegründet werden soll, welche Motivation trägt und welches Ziel realistisch verfolgt wird. 

Karin Tanger betonte dabei insbesondere zwei Faktoren, die im Gründungsprozess häufig unterschätzt werden: Leidenschaft für das Thema und Durchhaltevermögen. Entscheidend sei nicht, dass beide maximal ausgeprägt sind, sondern dass sie ehrlich eingeschätzt werden. Je nach Ausprägung müsse sich auch das Gründungsziel unterscheiden. Nicht jede Idee müsse skaliert werden, nicht jede Gründung müsse zwangsläufig wachsen. Entscheidend sei die Passung zwischen Person, Idee und Ziel. 

Die Rolle von Visionskultur im Gründungsökosystem 

An dieser Stelle wurde auch die Rolle von Visionskultur im Bremer Gründungsökosystem sichtbar. Visionskultur war auf dem Growmorrow Festival nicht nur inhaltlich vertreten, sondern gehörte auch zu den offiziellen Netzwerkpartnern und Unterstützern der Veranstaltung. 

Während viele Förderprogramme erst bei ausgearbeiteten Konzepten oder belastbaren Geschäftsmodellen ansetzen, öffnet Visionskultur den Zugang bewusst früher. Auch Gründerinnen und Gründer mit noch vagen Ideen werden aufgenommen. Der Fokus liegt dabei weniger auf standardisierten Programmen als auf individueller Begleitung

In Coachings und Beratungen arbeitet Visionskultur eng mit den Gründenden daran, Motive zu schärfen, Erwartungen zu klären und realistische Entwicklungswege zu definieren. Gerade diese frühe Auseinandersetzung kann verhindern, dass Ideen scheitern, bevor sie überhaupt die Chance hatten, sich im Markt zu erproben. 

Das Panel selbst war geprägt von einer offenen, konzentrierten Gesprächsatmosphäre. Die Moderation führte die Diskussion klar und vertiefend, das Publikum beteiligte sich sichtbar interessiert. Deutlich wurde: Scheitern ist kein Tabu, sondern ein notwendiger Teil von Lern- und Entwicklungsprozessen. 

Ein Festival für Haltung und Austausch 

Eingebettet war das Panel in ein Festival, das bewusst auf journalistische Qualität und gesellschaftliche Einordnung setzte. Zu den weiteren Highlights gehörten die Keynotes von Richard David Precht, der über Zukunft, Künstliche Intelligenz und Verantwortung sprach, sowie Sabine Asgodom, die zum Abschluss den Blick auf Sicherheit und Leichtigkeit in Zeiten des Wandels lenkte. 

Eine begleitende Ausstellung regionaler Unternehmen und Initiativen sowie zahlreiche Begegnungen am Rande der Bühnen machten das Growmorrow Festival zu einem Ort intensiven Austauschs. Über den gesamten Tag hinweg entstanden vielfältige Gespräche und neue Kontakte zwischen Gründer:innen, etablierten Akteur:innen, Förderinstitutionen und weiteren Playern der Gründungsökonomie. 

Eine visuelle Nachberichterstattung mit Film und Bildmaterial ist auf der Website des Festivals unter growmorrow.de verfügbar und vermittelt weitere Eindrücke von Programm, Atmosphäre und Beteiligten. 

Fazit 

Für Visionskultur war das Growmorrow Festival nicht nur ein Ort der Positionierung, sondern auch der Begegnung. Zahlreiche Projekte aus dem eigenen Netzwerk waren als Gäste vor Ort, bestehende Beziehungen wurden vertieft und neue Anknüpfungspunkte für Zusammenarbeit entstanden. 

Unterm Strich war es ein Tag, der gezeigt hat, wie wertvoll Austausch auf Augenhöhe ist – und wie wichtig Räume, in denen Gründung nicht vereinfacht, sondern ehrlich und differenziert diskutiert wird. 
Ein Tag, der sich wirklich gelohnt hat. 

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