Ein Jahr nach der Projektmonat in 2025 war es endlich so weit: Am 18. September 2026 haben wir das neue Fassadenkunstwerk des KlimaKAT-Projekts mit dem Quartier und allen beteiligten Partner*innen eingeweiht. Menschen von jung bis alt, ehemalige Teilnehmende, Nachbar*innen und Interessierte kamen vorbei, um das Ergebnis zu feiern und auf die Entwicklung der vergangenen zwölf Monate zurückzublicken.
Nachhaltigkeit, Kunst und jede Menge Begegnung
Die neu gestaltete Hauswand stand natürlich im Mittelpunkt des Nachmittags. Was ist seit der Projektwoche passiert? Wie wurde die Gestaltung im Stadtteil aufgenommen? Und was hat sich aus den damaligen Ideen entwickelt? Viele Nachbar*innen schauten spontan vorbei, blieben auf ein Gespräch und machten den Platz rund um die Fassade zu einem lebendigen Treffpunkt.
Auch das Thema Nachhaltigkeit spielte erneut eine wichtige Rolle. Bei einem World Café tauschten sich die Gäste unter anderem über die Frage aus: „Was tust du morgen, um deinen Alltag bewusster und nachhaltiger zu bestreiten?“ Dabei ging es nicht nur um große Ziele, sondern vor allem um kleine, konkrete Veränderungen im Alltag.
Beim Kreativ-Workshop mit HanseColor konnten alle selbst aktiv werden und zu AirBrush-Künstler*innen werden. Dazu gab es Popcorn, Kuchen und ein DJ-Set auf dem Lastenrad. Besonders schön wurde es, als spontan zwei Sänger*innen und Oliver Seyer vom Schulverein Hermannsburg mit einer Akustikgitarre dazukamen und eine kleine Jam-Session starteten. Dieser ungeplante Moment passte perfekt zum Nachmittag: offen, kreativ und voller guter Energie.



Ein Wiedersehen, aus dem Neues wachsen kann
Mit Wabec, dem Bürgerhäuschen, dem Bürgerhaus, der Blumenfee, HanseColor, der GEWOBA und uns von Visionskultur trafen auch die Projektpartner*innen wieder aufeinander. Das Fest markierte daher nicht nur den Abschluss des bisherigen Vorhabens, sondern bot zugleich eine Wiederbegegnung und die Gelegenheit, über neue Ideen für Kattenturm zu sprechen.
KlimaKAT zeigt, was aus Beteiligung wachsen kann: Eine zuvor unscheinbare Hauswand ist heute ein sichtbarer Blickfang, der Kattenturm dauerhaft bereichert und das Stadtbild aufwertet. Zugleich brachte das Fest verschiedene Generationen und Menschen aus der Nachbarschaft miteinander ins Gespräch und sorgte für neues Leben im Quartier.
Für uns steht die Fassade deshalb für weit mehr als künstlerische Gestaltung. Sie macht sichtbar, wie wir Stadtentwicklung verstehen: Menschen, Ideen und Partner*innen verbinden, Vorhaben miteinander umsetzen und Veränderungen anstoßen, die über den Projektzeitraum hinaus im Stadtteil wirken.



Am 9. September waren wir bei der Auftaktveranstaltung der Aktionswochen „Gemeinsam gegen Ausgrenzung und Diskriminierung“ der Partnerschaften für Demokratie Bremen Mitte und Nord dabei. Die Aktionswochen schaffen Raum für Austausch, Begegnung und Auseinandersetzung mit Demokratie, Teilhabe und Antidiskriminierungsarbeit – und bringen dafür zahlreiche Bremer Vereine, Initiativen und Projekte zusammen.
Für uns war der Auftakt eine gute Gelegenheit, nicht nur zuzuhören und neue Kontakte zu knüpfen, sondern auch unsere eigene Arbeit vorzustellen: Als gefördertes Projekt präsentierten wir unsere Workshopreihe Founders.Studio – Fokus.Migration, die passenderweise erst einen Tag zuvor ihren Abschluss gefunden hatte. So konnten wir aktuelle Eindrücke und erste Ergebnisse direkt mit in den Austausch nehmen und zeigen, welche Herausforderungen Menschen mit Migrationsgeschichte beim Gründen in Bremen erleben – und welche Veränderungen es braucht, um Zugänge zum Gründungsökosystem zu verbessern.
Gemeinsame Herausforderungen sichtbar machen
Im Austausch mit den weiteren teilnehmenden Projekten wurde schnell deutlich, wie viele Themen uns trotz unterschiedlicher Arbeitsschwerpunkte verbinden. Besonders die Finanzierung und langfristige Absicherung gemeinnütziger Arbeit sowie die Frage, wie wichtige gesellschaftliche Projekte nachhaltig umgesetzt werden können, spielten dabei eine zentrale Rolle.
Diese Themen fanden auch ihren Platz in der Fishbowl-Diskussion „Gemeinsam gegen Diskriminierung“. Vertreter*innen verschiedener Bremer Vereine und Initiativen brachten ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven ein. Die Ergebnisse der Diskussion werden in die Situations- und Ressourcenanalyse Bremen-Nord weitergegeben und können damit auch über die Veranstaltung hinaus in weitere Prozesse einfließen.
Wir sind gespannt, welche Impulse daraus entstehen und wie die Perspektiven der beteiligten Projekte zukünftig aufgegriffen werden.


Wo Visionskultur direkt unterstützen kann
Vernetzung wird besonders dann wertvoll, wenn aus Gesprächen konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit entstehen. Bei zwei Herausforderungen, die von verschiedenen Projekten immer wieder genannt wurden, konnten wir direkt anknüpfen: Räume und Community.
Als Visionskultur schaffen wir in Bremen Infrastruktur für Menschen und Organisationen, die Ideen umsetzen und gesellschaftliche Wirkung entfalten wollen. Dazu gehören Räume für Arbeit, Austausch und Veranstaltungen ebenso wie der Zugang zu einer vielfältigen Community, Wissen, Kontakten und Unterstützungsangeboten.
Umso mehr freuen wir uns, einige der Gesichter, die wir bei der Auftaktveranstaltung neu kennenlernen durften, künftig auch bei uns im HUB wiederzusehen und den begonnenen Austausch fortzuführen.
Viele Perspektiven an einem Ort
Bei der Auftaktveranstaltung stellten sich unter anderem der Arabische Frauenbund e. V., das Afrika Netzwerk Bremen e. V., das Bremen Solidarity Center (BRESOC) e. V., QUARTIER gGmbH, die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen (LAGS), der Jugendclub Fockengrund, vertreten durch die AWO, der Muslimische Wohlfahrtsverband (MuWo) und wir als Visionskultur gGmbH vor.
Begleitet wurde der Abend durch einen Comedy-Auftritt von Anissa Loucif, die Fishbowl-Diskussion, die Vorstellungen der geförderten Projekte sowie viel Raum für persönliche Gespräche und Vernetzung bei Snacks und Getränken. Auch Kinderbetreuung und ein barrierefreier Zugang waren Teil des Angebots.
Vielen Dank an die Partnerschaften für Demokratie Bremen Mitte und Nord für die Einladung, die Organisation und den Raum für Austausch und Vernetzung.
Die Aktionswochen gehen weiter
Mit der Auftaktveranstaltung ist das Programm noch lange nicht vorbei: Bis zum 25. September 2026 finden insgesamt noch 17 Veranstaltungen statt. Das kostenfreie Programm richtet sich an unterschiedliche Altersgruppen und greift verschiedene Themen rund um Demokratie, gesellschaftliche Teilhabe und Antidiskriminierung auf.
Alle Termine und weitere Informationen zu den Aktionswochen 2026 gibt es hier:
Aktionswochen 2026 – Partnerschaft für Demokratie Bremen
Was braucht es, um in Deutschland zu gründen, wenn neben der Geschäftsidee auch Sprache, Bürokratie und ein neues System gemeistert werden müssen? Rund 50 Teilnehmende kamen zum Auftakt unseres Founders Studios „Fokus.Migration“ im Creative HUB zusammen, um genau darüber zu sprechen. Bei „Gründung, Migration & Pizza“ standen persönliche Erfahrungen, bestehende Hürden und vor allem der gemeinsame Austausch im Mittelpunkt.
Schon beim Ankommen waren die Teilnehmenden gefragt: Auf Moderationswänden konnten sie ihre persönliche Motivation, Schwerpunkte, wahrgenommene Hürden und erste Ideen festhalten. Denn an diesem Abend sollte nicht nur über migrantische Gründungen gesprochen werden, sondern vor allem mit den Menschen, die selbst Erfahrungen mit dem Thema gemacht haben.
Drei Workshops – von Erfahrungen zu konkreten Lösungen
„Gründung, Migration & Pizza“ bildete den Auftakt der dreiteiligen Workshop-Reihe Founders Studio: Fokus.Migration. Ziel des ersten Abends war es, migrantische Gründungen sichtbarer zu machen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und einen offenen Austausch über Chancen, Herausforderungen und persönliche Erfahrungen zu ermöglichen.
Dabei ist der Auftakt nur der erste Schritt. Im zweiten Workshop stehen konkrete Tools, Beratungsangebote und Anlaufstellen im Mittelpunkt, die migrantische und internationale Gründer*innen auf ihrem Weg unterstützen können.
Im dritten Workshop geht es schließlich vom Austausch ins gemeinsame Entwickeln: Zusammen mit Gründer*innen sowie Expert*innen aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft sollen konkrete Ansätze erarbeitet werden, mit denen migrantische Gründungen gestärkt werden können. Die Erkenntnisse aus allen drei Terminen fließen dabei zusammen und sollen am Ende in konkrete Projekte oder auch Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und weitere Akteur*innen des Gründungsökosystems münden.
Drei Wege in die Selbstständigkeit
Wie unterschiedlich diese Wege aussehen können, zeigten drei Gründer*innen, die beim Auftakt ihre persönlichen Geschichten mit den Teilnehmenden teilten.
Manuela di Bari von KlarpressWerk kam ursprünglich aus Italien zum Studium nach Deutschland und arbeitete anschließend in der Nahrungsmittelbranche. Ihre Begeisterung für Lebensmittel machte sie schließlich zur Grundlage ihrer eigenen Selbstständigkeit. Mit ihrer gläsernen Ölmanufaktur setzt sie auf vollständig nachvollziehbare Lieferketten und möchte Produzent*innen und Konsument*innen wieder näher zusammenbringen.
Omar Chehade vom Delmenhorster Sicherheitsdienst verbindet seine Selbstständigkeit mit Bildung und Sprache. Als zertifizierter Bildungsträger bietet das Unternehmen unter anderem deutsch-arabische Sprach- und Sicherheitsschulungen an.
Salam Halwani richtet sich mit Workshops, Kursen und Beratung insbesondere an migrantische Frauen. Im Mittelpunkt stehen Orientierung und Empowerment – und damit die Unterstützung von Frauen dabei, eigene Perspektiven zu entwickeln und ihren Weg selbstbestimmt zu gehen.
Drei Geschichten, drei unterschiedliche Geschäftsmodelle – und gleichzeitig Erfahrungen, an die viele Teilnehmende des Abends anknüpfen konnten.



Zwischen Bürokratie, Sprache und Unterstützungsnetzwerken
Nach den persönlichen Einblicken ging es in kleineren Gruppen weiter. Anhand verschiedener Leitfragen diskutierten die Teilnehmenden ihre eigenen Erfahrungen, Herausforderungen und Ideen. Schnell entstanden lebhafte Gespräche, die anschließend gemeinsam mit den drei Speaker*innen weitergeführt wurden.
Viele Fragen drehten sich darum, wie persönliche Herausforderungen überwunden werden konnten. Gleichzeitig ging es um die größeren Rahmenbedingungen: Wie unterscheidet sich Gründen in Deutschland von anderen Ländern? Was funktioniert gut – und was weniger? Welche Netzwerke und Unterstützungsangebote helfen wirklich? Und an welcher Stelle muss man vielleicht trotz aller Unsicherheiten einfach anfangen?
Bürokratie und Sprache wurden dabei immer wieder als Herausforderungen genannt. Gleichzeitig hoben die Teilnehmenden die vielfältigen Unterstützungsangebote hervor, die Gründer*innen in Bremen bereits nutzen können.
Auch die Angebote von Visionskultur spielten dabei eine Rolle. Manuela di Bari beschrieb den Wert eines Ortes, an dem Gründung nicht allein stattfinden muss:
„Anstatt zuhause zu sitzen und auf den Bildschirm zu starren, kann man in den Hub kommen, andere Gründende treffen, sich austauschen und dort arbeiten, wo auch andere ihre Ideen weiterentwickeln.“
Omar Chehade berichtete wiederum von seinen Erfahrungen mit dem Coaching bei Visionskultur:
„Es war eine riesige Hilfe, dass ich beim Coaching von Visionskultur mit meiner Coachin Karin einen richtigen Masterplan für den Gründungsverlauf entwickelt habe.“
Damit wurde an diesem Abend auch deutlich, wie wichtig neben formalen Beratungsangeboten Räume für Begegnung, persönliche Begleitung und der Zugang zu einem Netzwerk sein können.
Der Auftakt ist gemacht
Nach der gemeinsamen Diskussion und lautstarkem Applaus ging der Abend bei Pizza und offenem Netzwerken weiter. Und obwohl die eigentliche Öffnungszeit des Creative HUB längst vorbei war, waren viele Teilnehmende noch immer in Gespräche vertieft, tauschten Erfahrungen aus, knüpften Kontakte und diskutierten weiter.
Genau dieser Austausch bildet die Grundlage für die nächsten Schritte von Fokus.Migration. Denn die rund 50 Perspektiven des ersten Abends sollen nicht im Raum bleiben: In den kommenden Workshops werden sie weitergedacht, mit bestehenden Unterstützungsstrukturen zusammengebracht und schließlich in konkrete Lösungsansätze übersetzt.
Der erste Workshop hat für alle sichtbar gemacht, wo Chancen und Herausforderungen liegen. Jetzt geht es darum, aus diesen Erfahrungen gemeinsam Wege zu entwickeln, die migrantische und internationale Gründungen nachhaltig stärken.
Wie verändert Künstliche Intelligenz die Art, wie wir gründen, arbeiten und Entscheidungen treffen? Mit dieser Frage startete das erste Founders Studio zum Thema KI im Creative Hub Bremen. Die Besonderheit: Statt auf externe Expert:innen zu setzen, kam der erste Impuls direkt aus der Community. Genau das machte die dreiteilige Reihe aus.
Der Auftakt: Perspektiven statt Patentrezepte
Den Auftakt bildete „KI & Pizza“, ein offener Austausch über Chancen, Herausforderungen und persönliche Erfahrungen mit KI. Die Beiträge von unserer Mitglieder Franziska Herrmann, Nachhaltiges Grafik-Design und Volodymyr Symoniuk, IT-Berater und Full-Stack-Entwickler zeigten dabei eindrucksvoll, wie unterschiedlich die Perspektiven auf dieselbe Technologie sein können.
Volodymyr brachte seine Haltung in einem Satz auf den Punkt:„Nicht effizienter, sondern einfacher.“
Eine Perspektive, die in der anschließenden Diskussion immer wieder aufgegriffen wurde. Denn für viele Gründer:innen geht es weniger darum, noch mehr in noch kürzerer Zeit zu erledigen. Die spannendere Frage lautet: Wie kann KI Arbeit vereinfachen und Freiräume schaffen?
Franziska wiederum sprach offen über eine andere Seite der Entwicklung. KI stelle ihr bisheriges Geschäftsmodell infrage und mache Veränderung notwendig. Gleichzeitig beschrieb sie, wie daraus neue Wege entstehen können: durch Weiterbildung, Neuorientierung und die bewusste Beschäftigung mit Tätigkeiten, die sich nicht einfach automatisieren lassen. Besonders die Arbeit an physischen und analogen Projekten habe für sie an Bedeutung gewonnen. Ihre Perspektive zeigte, dass KI nicht nur technische, sondern auch persönliche und berufliche Transformationsprozesse auslösen kann.
Bereits im ersten Workshop wurde deutlich, dass KI in unserer Community längst angekommen ist. Die Mehrheit der Teilnehmenden nutzt KI regelmäßig oder sogar täglich. Viele sehen darin Chancen für ihr Geschäftsmodell, gleichzeitig berichteten mehrere Personen von Überforderung und dem Wunsch nach mehr Orientierung. Die Ergebnisse zeigten eine offene und neugierige Haltung – aber auch den Bedarf, den Einsatz von KI bewusster und strukturierter zu gestalten.



KI im Lab: Lernen am eigenen Beispiel
Genau daran knüpfte der zweite Termin „KI am Screen“ an. Hier standen konkrete Methoden und Prompts im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Ansätze kennen, wie KI beim Schreiben, Strukturieren und Reflektieren unterstützen kann. Ein zentrales Learning war der sogenannte „Goldene Dreischritt“: Gute Ergebnisse entstehen meist dann, wenn zunächst geklärt wird, was die eigentliche Aufgabe ist, welche Annahmen dahinterstehen und welche Informationen noch fehlen.
Vom Wissen zur Umsetzung
Im dritten Termin, „KI im Lab“, wurde schließlich praktisch gearbeitet. Die Teilnehmenden brachten eigene Fragestellungen mit und testeten gemeinsam, wie KI als Co-Writer, Assistenz oder Sparringspartner eingesetzt werden kann. Statt über KI zu sprechen, wurde direkt ausprobiert, diskutiert und verbessert. Peer-Feedback und die Arbeit an realen Anwendungsfällen standen dabei im Mittelpunkt.
Für uns liegt genau darin eine wichtige Erkenntnis: Die wertvollsten Impulse kamen nicht von außen, sondern aus der Community selbst. Die Reihe hat gezeigt, wie viel Wissen, Erfahrung und Reflexionsfähigkeit bereits in unserem Netzwerk vorhanden sind. Wenn Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammenkommen, entstehen neue Perspektiven, praktische Lösungen und oft die spannendsten Fragen.
Das Founders Studio war deshalb weit mehr als eine Workshopreihe zu KI. Es war ein gemeinsamer Lernprozess über den Umgang mit Veränderung, über neue Möglichkeiten im Gründungsalltag und über die Kraft einer Community, die ihr Wissen miteinander teilt.
Und genau daran möchten wir anknüpfen. Die nächsten Formate sind bereits in Planung. Denn eines hat diese Reihe deutlich gezeigt: Die Zukunft von KI wird nicht nur durch Technologie gestaltet – sondern durch die Menschen, die sie gemeinsam reflektieren und anwenden.



Unser Kulturmobil war gestern wieder unterwegs und machte Station vor dem Theater Bremen – im Rahmen einer besonderen Veranstaltung von Donka Dimova: „Das Haus in der Ferne“.
Zwischen Goetheplatz und Theaterfassade entstand ein offener Kulturraum im Stadtraum selbst. Das mobile Bühnenformat brachte Literatur und Performance direkt vor das Gebäude und verwandelte den Ort in einen spontanen Begegnungsraum für Publikum, Passant*innen und Beteiligte.



Im Mittelpunkt des Abends stand Donka Dimovas literarischer Blick auf ein symbolisches Mehrfamilienhaus in Gröpelingen. Dieses Haus ist weniger ein konkreter Ort als vielmehr ein verdichtetes Gefüge aus Geschichten, Erinnerungen und Lebensrealitäten. Menschen aus Bulgarien, der Türkei, Bremen und anderen Orten leben hier nebeneinander, verbunden durch die Figur der Nadezda – deren Name „Hoffnung“ bedeutet. Sie fungiert als verbindende Stimme, die die Bewohner*innen zum Sprechen bringt und die einzelnen Perspektiven miteinander verknüpft.
Stockwerk für Stockwerk entfaltet sich so ein vielstimmiges Panorama: Anekdoten aus dem Alltag, Gespräche über das Leben im Ausland, Weisheiten, Bruchstücke von Biografien und bulgarische Lieder fügen sich zu einem Bild einer Gesellschaft, die oft am Rand wahrgenommen wird und doch sehr nah an den alltäglichen Realitäten liegt. Das Haus wird dabei selbst zum literarischen Raum, in dem unterschiedliche Erfahrungen übereinandergeschichtet sind.
Donka Dimova, die in Bulgarien aufwuchs und später in Bremen und Hannover Politik und Soziales studierte, arbeitet in ihrem Schreiben immer wieder an diesen Übergängen zwischen Sprache, Herkunft und sozialem Kontext. Ihre bisherigen Gedichtbände auf Bulgarisch – „Превод на ежедневието / Übersetzung des Alltags“ (2015) und „На границата. Поезия в пукнатина / An der Grenze. Poesie aus dem Riss“ (2022) – setzen sich ebenfalls mit Grenzerfahrungen auseinander. „Mehrfamilienhaus ohne Aussicht“ ist ihr erster auf Deutsch geschriebener Gedichtband und führt diese Themen konsequent weiter.
Ein prägnanter Moment des Textes beschreibt das Haus als fragmentierte Struktur:
„Als wäre dies ein Puzzlehaus / zersplittert und zusammengeklebt / vom vielen Kommen und Gehen, / vom Kurz-Verweilen und Lang-Ausharren.“
Und an anderer Stelle verdichtet sich die Erfahrung von Öffnung und Schließung in der wiederholten Zeile: „open-closed / open-closed / open-closed“.
Das Kulturmobil selbst wurde dabei zu mehr als nur einer technischen Bühne. Es fungierte als beweglicher Resonanzraum, der Literatur aus dem institutionellen Rahmen heraus in den öffentlichen Raum trägt und dort unmittelbar erfahrbar macht. Vor dem Theater Bremen entstand so ein Setting, in dem Stadt, Text und Publikum ineinandergreifen konnten.
Die Veranstaltung fand in Kooperation mit Visionskultur und globale° statt und war Teil der ersten Aktionstage „Zusammenhalt in Vielfalt“.



Das Visionskultur CoLab wurde feierlich eingeweiht
Am 19.03.2026 von 17-20 Uhr versammelten sich fast 200 Menschen, um das CoLab und die (noch) Baustelle des Creative Hub zu bewundern. Wir sind immer noch sehr beschwingt von eurer Neugier, euren positiven Rückmeldungen und Ideen. Danke, dass ihr da wart! Wir freuen uns, euch ganz bald zum Arbeiten im CoLab wiederzusehen.




Bereits um punkt 17 Uhr trafen die ersten Interessierten in das CoLab ein und der Andrang wollte nicht mehr stoppen. Dank unseres Mitglieds Arina von „florasweets“ wurde die Ankunft mit kulinarischen Häppchen und erfrischenden Getränken versüßt. Ihre Spezialitäten wie Kaffee, hausgemachte Limonaden oder Schokoerdbeeren können auch langfristig im CoLab erworben und genossen werden.
Zur Eröffnungsrede von Marc Fucke (Geschäftsführer Visionskultur) war die Fläche bereits so stark gefüllt, dass nach außen ausgewichen werden musste. Wir können es nicht anders ausdrücken: Ihr habt uns die Bude eingerannt! Mit offenen Ohren und gespannten Blicken wurde den Worten der Geschäftsführung zugehört. Dabei wurden die Pläne und Ideen für die Zukunft des Ceative Hubs, des CoLabs und die anstehenden Beteiligungs- und Veranstaltungsformate geteilt.
Nach den Visionen für die Zukunft wurde es konkreter. Insgesamt vier Führungen mit 30-40 Besucher*innen durch die aktuelle Baustelle neben dem CoLab haben das ersichtlich gemacht, was uns bereits seit Anfang des Jahres beschäftigt: Die große Teilfläche des ehemaligen BürgerServiceCenter, die ab dem 16. April der neue Hub der Innenstadt sein wird!




Im interaktiven Austausch wurden bereits anstehende Maßnahmen vorgestellt und Ideen der Community mit aufgenommen. Das Interesse an der Mitgestaltung war groß und wurde nicht nur im Gespräch, sondern auch auf beschreibbaren Plakaten festgehalten. Die Theorie setzen wir nun aktiv in die Tat um, sodass das Ergebnis bei unserer großen Eröffnungsfeier in seiner vollen Gestalt betrachtet werden kann. Wir arbeiten auf Hochtouren daran, dass die Baustelle des SoftOpenings am 16. April nicht mehr wiederzuerkennen ist.
Nach den eindrucksvollen Führungen wurde die Zeit für Begegnung, Austausch und Vernetzung genutzt. Zudem kamen viele neue Gesichter auf uns zu, die Teil der Community werden wollen: Wir freuen uns schon auf euch!
Am späten Abend, als die frisch beklebte Glasfassade in den bunten Lichtern erstrahlte, schlossen wir langsam die Türen und ließen zufrieden den Abend revuepassieren. Wir bedanken uns bei allen Besucher*innen für dieses gelungene SoftOpening und schauen nun gespannt der großen Eröffnungsfeier entgegen.


Zudem bedanken wir uns herzlichen bei unserem Förderer, die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation Bremen.
Kreative Zwischennutzung, lebendiger Austausch und ein offener Ort mitten in der Innenstadt
Mit dem Winter Pop Hub hat Visionskultur im Winter einen neuen kreativen Ort in der Bremer Innenstadt geschaffen. In zentraler Lage, in unmittelbarer Nähe zum Hanseatenhof, wurde leerstehende Fläche temporär neu belebt – als offenes Atelier, Werkstatt und Verkaufsraum zugleich. Ziel war es, die Vielfalt der Bremer Gründungs- und Kreativszene sichtbar zu machen und einen niedrigschwelligen Begegnungsort für Austausch, Inspiration und Beteiligung zu eröffnen.
Von Anfang an war der Winter Pop Hub als offenes Format gedacht: Passant*innen konnten nicht nur Produkte entdecken und erwerben, sondern den Entstehungsprozessen direkt zusehen, mit den Macher*innen ins Gespräch kommen und selbst kreativ werden. Die rundum verglaste Fläche machte Handwerk, Design und Gründung unmittelbar erlebbar und lud dazu ein, stehenzubleiben, Fragen zu stellen und Neues auszuprobieren.
Kreative Vielfalt aus der Visionskultur-Community
Getragen wurde der Winter Pop Hub von engagierten Mitgliedern der Visionskultur-Community. Unterschiedliche Projekte präsentierten ihre Arbeiten vor Ort – von Keramik, Papierkunst und Fotografie über Mode, Accessoires und Upcycling bis hin zu Papeterie und Geschenkideen. Die Bandbreite der Angebote zeigte, wie vielfältig, professionell und nachhaltig die Bremer Kreativszene aufgestellt ist.
Besonders wertvoll war dabei der direkte Austausch: Besucher*innen konnten Einblicke in Arbeitsweisen gewinnen, Feedback geben, Produkte testen und mehr über die Geschichten hinter den Ideen erfahren. Für viele der beteiligten Projekte bot der Winter Pop Hub eine seltene Gelegenheit, ihre Arbeit unter realen Bedingungen zu präsentieren und weiterzuentwickeln.



Workshops als Herzstück des Pop-ups
Ein zentraler Bestandteil des Winter Pop Hubs war das umfangreiche Workshop-Programm. In offenen und angeleiteten Formaten konnten Interessierte selbst aktiv werden – etwa beim Gestalten von Keramik, beim Arbeiten mit Papier, bei textilen Techniken oder beim Upcycling. Die Workshops machten kreative Prozesse greifbar und senkten Hemmschwellen: Mitmachen war ausdrücklich erwünscht, Vorkenntnisse nicht erforderlich.
So entstand ein Ort des Lernens, Ausprobierens und gemeinsamen Gestaltens – generationenübergreifend und niedrigschwellig. Viele Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, neue Techniken kennenzulernen oder eigene kreative Ideen umzusetzen.
Ein Ort für Begegnung und Stadtentwicklung
Über das konkrete Programm hinaus zeigte der Winter Pop Hub, welches Potenzial in temporären Nutzungen innerstädtischer Flächen liegt. Er schlug eine Brücke zwischen Weihnachtsmarkt, Innenstadt und lokaler Szene und machte deutlich, wie Stadtentwicklung durch kulturelle und kreative Impulse bereichert werden kann.
Gleichzeitig nutzte Visionskultur die Fläche, um über die eigene Arbeit, zukünftige Projekte und Perspektiven ab 2026 zu informieren. Formate wie die „Hub-Zeit“ oder thematische Austauschrunden fanden auch hier ihren Platz und stärkten die Vernetzung innerhalb der Community.



Visionskultur bedankt sich bei allen beteiligten Community-Mitgliedern, Besucher*innen und Unterstützer*innen – und nimmt viele Impulse und Erfahrungen mit in kommende Projekte.
Beteiligte Projekte:
Visionscouture (Angelika Erbacher), Monika Jessing, Caroline Schwarz, Photowerkstatt Sabine Mühl, Bremer Maker (Heiko Ahrens), BagFood (Anna Udoh) und trashures by Fashion Up (Chiara Janique Ahrens)
Unterstützt durch die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation und der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB).
Wir bei Visionskultur haben die Charta der Vielfalt am 28. August 2025 unterzeichnet! Mit diesem Schritt setzen wir ein deutliches Zeichen: Wir stehen für eine Arbeitskultur, die offen, wertschätzend und zukunftsorientiert ist – eine Kultur, in der jede und jeder die Möglichkeit hat, sich einzubringen und zu wachsen.

Die Charta der Vielfalt ist die größte Arbeitgebendeninitiative in Deutschland zur Förderung von Diversität am Arbeitsplatz. Sie bringt über 6.000 Organisationen mit rund 16 Millionen Beschäftigten zusammen, die sich für eine offene, inklusive Unternehmenskultur einsetzen. Mit unserer Unterzeichnung verpflichten wir uns bewusst dazu, ein Umfeld zu schaffen, in dem Unterschiede nicht als Hürden gesehen werden, sondern als Bereicherung. Ganz gleich, ob es um Alter, Herkunft, Geschlecht, Fähigkeiten, Religion, sexuelle Orientierung oder sozialen Hintergrund geht – wir wollen Vielfalt aktiv leben und gestalten.
Für uns ist Vielfalt kein leeres Schlagwort, sondern eine echte Chance. Sie bereichert unsere Arbeit, unsere Perspektiven und unsere Zusammenarbeit. Wir möchten ein Umfeld schaffen, in dem jede und jeder seine Stärken einbringen kann – und in dem unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen uns gemeinsam kreativer, stärker und erfolgreicher machen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die bewusste Förderung von Niedrigschwelligkeit und Vielfalt. Ziel ist es, Raum für unterschiedliche Projekte, Hintergründe und Entwicklungsstände zu schaffen und Zugänge so zu gestalten, dass möglichst viele Menschen ihre Ideen einbringen und weiterentwickeln können. Diese Offenheit stärkt nicht nur die Vielfalt der Projekte, sondern auch die Innovationskraft und Relevanz des gesamten Ökosystems.
Die Unterzeichnung der Charta ist für uns ein weiterer Schritt auf unserem Weg zu einer modernen Unternehmenskultur. Wir wollen nicht nur über Werte sprechen, sondern sie spürbar machen – in der Art und Weise, wie wir arbeiten, kommunizieren und Entscheidungen treffen.
„Vielfalt ist für uns kein Schlagwort, sondern eine echte Chance“, betont Hachem Gharbi aus der Geschäftsführung. „Wir wollen ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich jede und jeder mit den eigenen Stärken einbringen kann. Unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen machen uns gemeinsam kreativer, stärker und erfolgreicher.“
Auch Marc Fucke, ebenfalls Geschäftsführer von Visionskultur, unterstreicht die Bedeutung dieses Schritts:
„Für uns bedeutet Vielfalt vor allem auch Respekt und gegenseitige Wertschätzung. Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben, sein Potenzial zu entfalten – genau das macht uns als Team und als Unternehmen stärker.“
Mit diesem Schritt zeigen wir bei Visionskultur klar, dass Vielfalt und Inklusion mehr sind als schöne Worte – sie sind unsere gelebte Praxis, unser Beitrag zu einer gerechten Arbeitswelt und ein zentraler Baustein für unsere gemeinsame Zukunft. Wir sind stolz darauf, Teil dieses Netzwerks zu sein und gemeinsam mit anderen Organisationen aktiv an einer Arbeitswelt zu arbeiten, in der jeder Mensch sein Potenzial entfalten kann.
Ende September reiste Visionskultur im Auftrag der Senatskanzlei Bremen für eine intensive Arbeitswoche nach Windhoek, Namibia. Anlass war die seit Jahrzehnten bestehende Städtepartnerschaft zwischen Bremen und Windhoek, die aktuell insbesondere durch gemeinsame Projekte in nachhaltiger Stadtentwicklung, Kreislaufwirtschaft und Gründungsförderung neue Impulse erhält. Die Reise war nicht nur ein Austausch zwischen zwei Städten, sondern ein Dialog zwischen zwei Entwicklungsrealitäten – verbunden durch den gemeinsamen Wunsch, nachhaltige unternehmerische Strukturen zu stärken.
Zusammenarbeit auf Augenhöhe – ein gemeinsamer Blick nach vorn
Im Mittelpunkt des Aufenthalts stand die Zusammenarbeit mit dem Bokamoso Entrepreneurial Centre, einem städtischen Gründungszentrum, das Raum für nachhaltige Geschäftsmodelle und soziale Wirkung schafft.
Von Beginn an war spürbar, wie viel Herzblut, Idealismus und Pragmatismus in Bokamoso steckt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen eine beeindruckende Vielfalt an Aufgaben: von Facility Management und Mietersupport über Schulungen bis hin zur Community-Arbeit. Gleichzeitig fehlte in den letzten Jahren eine klare Managementposition – eine Lücke, die das Team mit Engagement, Improvisation und Mut zur Vielseitigkeit überbrückt hat.



Lernen in beide Richtungen – ein Perspektivwechsel, der inspiriert
Die Woche war geprägt von Workshops, geführten Rundgängen, Interviews mit Gründerinnen und Gründern, Stakeholder-Treffen und einer Empowerment-Sitzung für die Wirtschaftsabteilung der Stadt Windhoek. Begleitet hat die Delegation von Visionskultur Leonora Joodt (Section Head of SME Development in the Department of Economic Development & Community Services at the City of Windhoek) - vielen Dank dafür!
Für Visionskultur waren Valeska Schaaf (Workshopskoordination) und Karin Tanger (Projektberatung und –coaching) in Windhoek und brachten Erfahrungen aus Bremen ein – zu nachhaltigem Unternehmertum, Innovationsentwicklung, strategischem Marketing und dem Aufbau kreativer Ökosysteme. Doch genauso wertvoll waren die Einsichten, die aus dem namibischen Kontext gewonnen wurden:
Gemeinschaft erleben
Einer der zentralen Aspekte, die während der Interviews und Gespräche sichtbar wurden, war das Potenzial des Community-Buildings im Bokamoso Centre. Die Mieterinnen und Mieter schätzen Bokamoso sehr – als sicheren Ort, als professionelle Adresse, als glaubwürdigen Anker in der Gründungsszene Windhoeks.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Vernetzung untereinander bislang nur vereinzelt stattfindet. Viele wissen nicht, welche Produkte oder Dienstleistungen die anderen anbieten, und wie sie voneinander profitieren könnten. Ein regelmäßiger Austausch, sichtbare Erfolgsgeschichten, gemeinsames Storytelling und ein stärkeres Wir-Gefühl können entscheidende Wachstumsimpulse setzen.
Hier liegt eine große Chance: Durch Formatideen, die Visionskultur kontinuierlich umsetzt, wie beispielsweise Community Tuesdays, gemeinsame Showrooms, Peer-Learning und moderierte Austauschformate kann eine Kultur entstehen, in der Gründerinnen und Gründer voneinander lernen, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam neue Ideen entwickeln.



Strategische Entwicklung – Klarheit, Fokus und neue Wege
Im Fokus stand die strategische Weiterentwicklung mit klaren Prioritäten: kurzfristig umsetzbare Maßnahmen aus eigener Kraft, mittelfristig eine stärkere Positionierung durch Kooperationen und bessere Kommunikation sowie langfristig die Chance, Bokamoso als thematisch fokussierten, wirkungsorientierten Inkubator im Innovationsökosystem Windhoeks zu etablieren. Zentrale Erkenntnis war dabei, dass ein klarer thematischer Schwerpunkt Orientierung schafft, Profil schärft und neue Partnerschaften ermöglicht.
Ein Anfang, der nach Fortsetzung ruft
Der Besuch in Windhoek war geprägt von einem außergewöhnlichen Maß an Offenheit, Vertrauen und konstruktiver Zusammenarbeit. In sehr kurzer Zeit entstand ein gemeinsames Verständnis, das nur durch ehrliche Dialoge, mutige Fragen und Transparenz möglich war. Besonders beeindruckte die Lernbereitschaft des Bokamoso-Teams: der Wille, Herausforderungen nicht nur zu benennen, sondern aktiv anzugehen und in Chancen zu verwandeln.
Die Reise hat gezeigt, wie viel möglich wird, wenn Menschen sich offen begegnen und gemeinsam handeln.
Wir danken allen Beteiligten für die herzliche Aufnahme, die inspirierenden Gespräche und die gemeinsame Vision. Diese Woche in Windhoek war ein Anfang – und wir freuen uns sehr auf alles, was daraus entstehen wird.



Es gibt Lebenswege, die wirken wie ein Bogen voller Wendepunkte, Brüche und Wiederaufstehen - der Weg von Oxana Arkaeva gehört dazu.
Oxana Akaeva ist eine Beraterin und Trainerin für öffentliche Auftritt und Präsentation und Gründerin und Inhaberin von ArkWork - Consulting & Training. Die Spannbreite ihrer Arbeitsfelder umfasst Kulturmanagement, Theaterproduktion, Eventmanagement, Pressearbeit, Marketing und Tätigkeit als Theaterrezensentin. Doch bevor sie diesen Punkt erreichte, führte ihr Leben sie durch viele Welten.
Ursprung: Ukraine und Russland
Geboren in der Ukraine, in der Stadt Dunajiwzi in eine Musiker- und Lehrerfamilie, stand Oxana bereits mit 6 Jahren zum ersten Mal auf der Bühne. Schon früh entdeckte sie die Kraft der Stimme. Als ihre Familie später nach Tatarstan zog, lernte sie Domra und Klavier, gewann Wettbewerbe und zeigte dabei außergewöhnliches musikalisches Talent. Gleichzeitig schloss sie mit nur 16 Jahren ein technisches Kolleg als Metallfacharbeiterin ab und arbeitete ein Jahr lang in der KAMAZ-Lkw-Fabrik in Nabereschnyje Tschelny. Doch ihre Sehnsucht nach Kunst war stärker als jede rationale Entscheidung.
Studium und Arbeit
Mit 18 verließ sie Tatarstan und fuhr allein nach Moskau, um dort Gesang zu studieren – ohne zu wissen, wo sie schlafen, arbeiten oder leben würde. Die Aufnahmeprüfung an der Gnessin-Akademie scheiterte zunächst, weil sie zu jung war. Also blieb sie in Moskau, zunächst als Kindergartenbetreuerin, auf dem Bau als Malerin und nahm privaten Gesangsunterricht bei Angelina Trost. Schon nach einem halben Jahr bestand sie die Aufnahmeprüfung erneut – diesmal erfolgreich – und wurde mit 19 Jahren zuerst an der Musikakademie des Moskauer Konservatoriums und zwei Jahre später am Tschaikowsky Konservatorium angenommen.
Ausland und Karriere auf der Bühne
Mit der Perestroika öffneten sich für Oxana Türen ins Ausland, die zuvor verschlossen waren. Sie gewann mit nur 24 Jahren den 2. Preis bei st. Hertogenbosch Vokalisten Concours in Niederlanden und ein Special Preis bei Mariann Anderson International Vocal Competition in Maryland, USA. Sie lebte und studierte 2 Jahren in New York an der Manhattan School of Music und wurde 1991 nach Zürich, als Mitglied des Internationalen Opernstudios zurück nach Europa geholt. Damit begann eine mehr als 25-jährige internationale Karriere auf Opernbühnen, Festivals und Konzertpodien in Europa und den USA und als Gewinnerin zahlreicher internationaler Gesangswettbewerbe wie Operalia vom Placido Domingo ins Leben gerufen.
Arbeit hinter der Bühne
Doch Oxana blieb nicht bei der Bühne allein. Ihre Neugier und Vielseitigkeit führten sie auch hinter die Kulissen: als Kulturmanagerin, Theaterproduzentin, Verwaltungsdirektorin, Kulturreferentin und Gründeing sowie künstlerische Leiterin eines eigenen INDAUNA Festivals in Ulm. Diese zahlreichen beruflichen Erfahrungen schenkten ihr ein einzigartiges Verständnis von Menschen und Strukturen – von Handwerksbetrieben bis zu politischen Ämtern, von Reinigungskräften bis zu Führungsetagen.
Freundschaften und Netzwerk
Oxana genießt ein großes, internationales Netzwerk and Kollegen und Freunden, die sie nicht nur in guten, sondern auch in schweren Zeiten unterstützt und prägt. Eine schwere Zeit erlebte sie mit dem Verlust ihres Partners durch den Freitod, eine Erfahrung, die sie zutiefst erschütterte und gleichzeitig zeigte, wie sehr Verbundenheit und Freundschaft tragen können.
Rückblickend sagt Oxana, dass sie vor allem eines gelernt hat: dass niemand im Leben allein steht. Jede und jeder braucht ein „Village“, einen Raum, in dem man sich sicher fühlt, wachsen kann und Unterstützung findet.
Heute: Consulting und Training
Heute bringt Oxana alles, was sie gelernt, erlebt und überlebt hat, in ihr Unternehmen ArkWorks – Consulting & Training ein. Dort begleitet sie Menschen dabei, ihre Stimme, Präsenz und Wirkung bewusst wahrzunehmen und authentisch einzusetzen – im Beruf, auf der Bühne, vor der Kamera oder im Alltag. Ihr Credo lautet: „Wenn deine Anwesenheit keinen Unterschied macht, macht deine Abwesenheit auch keinen.“
Visionskultur und Communiy
Oxana lernte Visionskultur vor über zwei Jahren kennen, während ihrer Arbeit im Bürger- und Sozialzentrum Huchting. Seit Mai 2025 ist sie mit ihrem Projekt KLANGRAUM MENSCH Teil der Community.
Dort verbindet sie Stimme, Ausdruck, Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung – und erfährt zugleich wertvolle Unterstützung in Form von Feedback, Raum, Austausch, Beratung und Vernetzung. Besonders die Möglichkeit, beim Sommerfest ihr Projekt vorzustellen, war für sie ein Schritt zu mehr Sichtbarkeit und Rückenwind.
Für die Zukunft möchte sie ihr pädagogisches Konzept für ein Krabbeltheater weiterentwickeln, ihre Trainingsangebote in Bremen und darüber hinaus ausbauen und weiterhin kreative Brücken zwischen Kunst, Bildung und Empowerment schlagen. Ihr Rat an alle, die selbst gerade erst beginnen: Bleibt euch treu, hört auf euer Bauchgefühl und sucht euch eine Community, die euch unterstützt, inspiriert und wachsen lässt. Niemand erreicht Großes allein. Und vor allem: Nutzt eure Stimme. Sie ist euer stärkstes Werkzeug für mehr Sichtbarkeit und Erfolg – und sie kann einen Unterschied machen.
Wenn du Oxana und ihre Arbeit näher kennenlernen möchtest, schau dir jetzt unser Video auf Instagram an – dort erzählt sie selbst, wie sie Menschen dabei unterstützt, ihre Stimme zu finden und sichtbar zu werden:
👉 Zum Reel auf Instagram: @visionskultur_
Mehr zu Oxana findet ihr auch hier!