Wie verändert Künstliche Intelligenz die Art, wie wir gründen, arbeiten und Entscheidungen treffen? Mit dieser Frage startete das erste Founders Studio zum Thema KI im Creative Hub Bremen. Die Besonderheit: Statt auf externe Expert:innen zu setzen, kam der erste Impuls direkt aus der Community. Genau das machte die dreiteilige Reihe aus.
Der Auftakt: Perspektiven statt Patentrezepte
Den Auftakt bildete „KI & Pizza“, ein offener Austausch über Chancen, Herausforderungen und persönliche Erfahrungen mit KI. Die Beiträge von unserer Mitglieder Franziska Herrmann, Nachhaltiges Grafik-Design und Volodymyr Symoniuk, IT-Berater und Full-Stack-Entwickler zeigten dabei eindrucksvoll, wie unterschiedlich die Perspektiven auf dieselbe Technologie sein können.
Volodymyr brachte seine Haltung in einem Satz auf den Punkt:„Nicht effizienter, sondern einfacher.“
Eine Perspektive, die in der anschließenden Diskussion immer wieder aufgegriffen wurde. Denn für viele Gründer:innen geht es weniger darum, noch mehr in noch kürzerer Zeit zu erledigen. Die spannendere Frage lautet: Wie kann KI Arbeit vereinfachen und Freiräume schaffen?
Franziska wiederum sprach offen über eine andere Seite der Entwicklung. KI stelle ihr bisheriges Geschäftsmodell infrage und mache Veränderung notwendig. Gleichzeitig beschrieb sie, wie daraus neue Wege entstehen können: durch Weiterbildung, Neuorientierung und die bewusste Beschäftigung mit Tätigkeiten, die sich nicht einfach automatisieren lassen. Besonders die Arbeit an physischen und analogen Projekten habe für sie an Bedeutung gewonnen. Ihre Perspektive zeigte, dass KI nicht nur technische, sondern auch persönliche und berufliche Transformationsprozesse auslösen kann.
Bereits im ersten Workshop wurde deutlich, dass KI in unserer Community längst angekommen ist. Die Mehrheit der Teilnehmenden nutzt KI regelmäßig oder sogar täglich. Viele sehen darin Chancen für ihr Geschäftsmodell, gleichzeitig berichteten mehrere Personen von Überforderung und dem Wunsch nach mehr Orientierung. Die Ergebnisse zeigten eine offene und neugierige Haltung – aber auch den Bedarf, den Einsatz von KI bewusster und strukturierter zu gestalten.



KI im Lab: Lernen am eigenen Beispiel
Genau daran knüpfte der zweite Termin „KI am Screen“ an. Hier standen konkrete Methoden und Prompts im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Ansätze kennen, wie KI beim Schreiben, Strukturieren und Reflektieren unterstützen kann. Ein zentrales Learning war der sogenannte „Goldene Dreischritt“: Gute Ergebnisse entstehen meist dann, wenn zunächst geklärt wird, was die eigentliche Aufgabe ist, welche Annahmen dahinterstehen und welche Informationen noch fehlen.
Vom Wissen zur Umsetzung
Im dritten Termin, „KI im Lab“, wurde schließlich praktisch gearbeitet. Die Teilnehmenden brachten eigene Fragestellungen mit und testeten gemeinsam, wie KI als Co-Writer, Assistenz oder Sparringspartner eingesetzt werden kann. Statt über KI zu sprechen, wurde direkt ausprobiert, diskutiert und verbessert. Peer-Feedback und die Arbeit an realen Anwendungsfällen standen dabei im Mittelpunkt.
Für uns liegt genau darin eine wichtige Erkenntnis: Die wertvollsten Impulse kamen nicht von außen, sondern aus der Community selbst. Die Reihe hat gezeigt, wie viel Wissen, Erfahrung und Reflexionsfähigkeit bereits in unserem Netzwerk vorhanden sind. Wenn Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammenkommen, entstehen neue Perspektiven, praktische Lösungen und oft die spannendsten Fragen.
Das Founders Studio war deshalb weit mehr als eine Workshopreihe zu KI. Es war ein gemeinsamer Lernprozess über den Umgang mit Veränderung, über neue Möglichkeiten im Gründungsalltag und über die Kraft einer Community, die ihr Wissen miteinander teilt.
Und genau daran möchten wir anknüpfen. Die nächsten Formate sind bereits in Planung. Denn eines hat diese Reihe deutlich gezeigt: Die Zukunft von KI wird nicht nur durch Technologie gestaltet – sondern durch die Menschen, die sie gemeinsam reflektieren und anwenden.


